Thomas Staack - Koordination im Kinderfußball


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"Kleinen Fußballspielen gehört die Zukunft"

Trainer Thomas Staack lebt seit 2 Jahren in Köln. Vor einer Reise nach Hamburg erwischte ihn der d.a.z. für ein Kurzinterview.



d.a.z.: Herr Staack, danke, dass Sie sich hier am Bahnhof kurz Zeit nehmen. Sie sind seit 2 Jahren in Köln. Haben Sie sich schon eingelebt?
Staack: Total, ich habe Köln von vornherein geliebt. Die Stadt löst in mir ein fröhliches Lebensgefühl aus. Ich fühle mich hier sehr wohl.
d.a.z.: Sie waren zuletzt als Autor sehr aktiv, haben zusätzliche Trainingseinheiten, eine Kartothek und viele Beiträge für Fachzeitschriften geschrieben. Brauchen Sie jetzt Schreiburlaub?
Staack: Nein, ich brauche nie Urlaub vom Schreiben. Ich schreibe wahnsinnig gern. Für mich ist Schreiben wie Urlaub, ganz entspannt und nie stressig.
d.a.z.: Wie läuft es bei Ihrem neuen Verein Borussia Hohenlind? Sind sie zufrieden?
Staack: Sehr zufrieden sogar. Wir haben ein sehr engagiertes Trainerteam und eine moderne Jugendleitung. Wir werden in den nächsten Jahren noch einiges bewegen.
d.a.z.: Sie haben kürzlich erwähnt, Ihre Trainingsphilosophie in den letzten Jahren geändert zu haben. Wie meinen Sie das?
Staack: Ich trainiere schon seit 15 Jahren Juniorenteams und ich habe immer versucht, offen, modern und flexibel zu sein. Heute trainiere ich viel spielerischer als früher, mit weniger Übungen, wenigen Korrekturen und nicht übertrieben systematisch. Ich arbeite mit vielen Spielformen und steuere das Training durch Provokationsregeln und einzelne Vorgaben nach dem Spielen-Üben-Spielen-Prinzip. Und meine Spieler danken es mir mit großartiger Leistungsentwicklung.
d.a.z.: In letzter Zeit haben Sie sich stark für FUNino engagiert. Warum?
Staack: Ich plädiere schon sehr lange für kleine Teams und kleine Spielfelder. Es wird das große Thema der nächsten Jahre sein. Kleinen Fußballspielen gehört die Zukunft, nicht nur im Training, sondern gerade im Spielbetrieb. Die Kinder haben viel mehr Ballkontakte und Erfolgserlebnisse. Am besten gefällt mir eine Mischung aus FUNino und 4 plus 1 auf Jugendtore.
d.a.z.: Was spricht gegen das bisherige 7vs7 im Spielbetrieb?
Staack: Das 7vs7 ist nicht mehr zeitgemäß. Auf dem Spielfeld sind nicht alle Kinder am Spiel beteiligt. Einzelne herausragende Spieler dominieren. Am Spielfeldrand tummeln sich gelangweilte Auswechselspieler, denen der unter Ergebnisdruck gesetzte Trainer zu wenig Spielzeit gewährt. Man muss als Trainer sehr selbstbewusst und planvoll sein, um dem Druck standzuhalten und allen Kinder gleiche Spielzeit einzuräumen, denn es gibt nur das eine Spiel am Wochenende, das bei einer Niederlage in den Familien oft zu schlechter Stimmung führt. Dagegen bietet ein FUNino-Spieltag viele kleine Fußballspiele und jede Menge Spielzeit für alle Kinder.
d.a.z.: Sie steigen gleich in den Zug nach Hamburg. Es gibt Gerüchte, Sie würden heute einen Vertrag beim FC St. Pauli unterschreiben, der wie Sie FUNino fördert. Stimmt das?
Staack: (lacht) Gerüchte, Gerüchte... Sie wissen doch, wie das ist...
d.a.z.: Wie denn?
Staack: Ich bekomme immer am Saisonende ein paar interessante Angebote. Aber im Moment habe ich keine Ambitionen.
d.a.z.: Und nach dem Moment?
Staack: Mein Zug kommt. Bye, bye, ich bin dann mal weg."